Sie wollen gerade Ihre Website besuchen oder sich ins Dashboard einloggen, und plötzlich starrt Sie nur noch ein weißer Bildschirm mit einer schlichten, aber angsteinflößenden Nachricht an: Fehler beim Aufbau einer Datenbankverbindung (oder auf Englisch: Error Establishing a Database Connection).

Der Puls steigt, die Hände werden schwitzig. Ist die Seite gehackt? Sind alle Daten weg?

Atmen Sie tief durch. Das ist einer der klassischsten Fehler im WordPress-Universum. Es bedeutet schlichtweg, dass Ihre WordPress-Installation nicht mehr mit der Datenbank sprechen kann. WordPress braucht diese Verbindung, um Ihre Artikel, Nutzerdaten und Einstellungen abzurufen. Ohne Verbindung bleibt die Seite leer. Stellen Sie es sich so vor: Sie stehen vor Ihrer Haustür, haben aber den falschen Schlüssel dabei. Das Haus (die Datenbank) ist noch da, Sie kommen nur gerade nicht rein.

Die gute Nachricht: Ihre Daten sind höchstwahrscheinlich noch sicher. In dieser Anleitung zeige ich Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Tür wieder aufschließen.

Warum passiert dieser Fehler überhaupt?

Bevor wir an die Reparatur gehen, lohnt sich ein kurzer Blick unter die Haube. Meistens liegt es an einer Kleinigkeit mit großer Wirkung. Hier sind die üblichen Verdächtigen:

  • Falsche Zugangsdaten: Das ist die Ursache Nummer 1. WordPress benötigt vier Informationen, um sich mit der Datenbank zu verbinden: Datenbankname, Benutzername, Passwort und Server-Adresse. Stimmt auch nur ein einziges Zeichen nicht (vielleicht haben Sie kürzlich das Passwort beim Hoster geändert?), bricht die Verbindung zusammen.
  • Beschädigte WordPress-Dateien: Manchmal geht bei einem Update etwas schief. Ein Plugin-Update bricht ab, oder eine FTP-Übertragung war unvollständig. Wenn Kerndateien fehlen oder korrupt sind, weiß WordPress nicht mehr, wie es die Datenbank erreichen soll.
  • Der Datenbank-Server ist down: Selbst wenn Ihre Einstellungen perfekt sind – wenn der Server, auf dem die Datenbank liegt, offline ist, geht nichts mehr. Das passiert oft bei Wartungsarbeiten des Hosters oder technischen Störungen im Rechenzentrum.
  • Zu viel Traffic: Klingt absurd, aber Erfolg kann wehtun. Wenn plötzlich tausende Besucher gleichzeitig auf Ihre Seite stürmen, kann der Server unter der Last zusammenbrechen. Die Datenbank antwortet dann einfach nicht mehr. Ein Luxusproblem, das aber schnell gelöst werden muss.
  • Probleme beim Webhoster: Manchmal liegt es nicht an Ihnen. Gerade bei sehr günstigen Shared-Hosting-Paketen teilen Sie sich die Ressourcen mit hunderten anderen Kunden. Wenn dort jemand über die Stränge schlägt, leiden Ihre Seite und Ihre Datenbank-Verbindung darunter.

So beheben Sie den Fehler beim Aufbau einer Datenbankverbindung

Genug der Theorie. Ärmel hochkrempeln, wir lösen das Problem jetzt. Sie müssen kein IT-Profi sein, folgen Sie einfach genau diesen Schritten.

1. Prüfen Sie Ihre Datenbank-Zugangsdaten (wp-config.php)

Der absolut häufigste Grund sind veraltete oder falsche Login-Daten in Ihrer Konfigurationsdatei.

Verbinden Sie sich per FTP (z.B. mit FileZilla) oder über den Dateimanager Ihres Hosters (cPanel/Plesk) mit Ihrem Webspace. Suchen Sie im Hauptverzeichnis Ihrer WordPress-Installation nach der Datei wp-config.php.

Öffnen Sie diese Datei und suchen Sie nach folgenden Zeilen:

define('DB_NAME', 'ihr_datenbank_name');
define('DB_USER', 'ihr_datenbank_benutzer');
define('DB_PASSWORD', 'ihr_datenbank_passwort');
define('DB_HOST', 'localhost');

Jetzt heißt es Detektiv spielen:

  1. Vergleichen: Öffnen Sie parallel das Kundenmenü Ihres Webhosters (dort wo Sie MySQL-Datenbanken verwalten). Stimmen der Datenbankname, der Benutzer und vor allem das Passwort exakt überein?
  2. Passwort: Haben Sie kürzlich das Passwort für die Datenbank beim Hoster geändert? Dann müssen Sie es hier in der wp-config.php zwingend aktualisieren.
  3. Der Host: In 90% der Fälle ist localhost korrekt. Aber einige Hoster (wie 1&1 IONOS oder Strato) nutzen manchmal spezifische Server-Adressen oder IP-Nummern. Fragen Sie im Zweifel beim Support Ihres Hosters nach, was hier stehen muss.

Praxis-Tipp: Ändern Sie das Passwort in der Datei, speichern Sie sie ab und laden Sie die Seite neu. War es das? Wenn ja: Glückwunsch! Wenn nicht, weiter zu Schritt 2.

2. Reparieren Sie die WordPress-Datenbank

Manchmal sind die Zugangsdaten korrekt, aber die Datenbank selbst hat einen kleinen Knacks weg, etwa nach einem Server-Absturz. WordPress hat dafür ein geniales, verstecktes Reparatur-Tool.

So aktivieren Sie es:

  1. Öffnen Sie wieder Ihre wp-config.php.
  2. Fügen Sie ganz unten, aber vor der Zeile „That's all, stop editing“, folgenden Code ein:
define('WP_ALLOW_REPAIR', true);
  1. Speichern Sie die Datei.

Rufen Sie nun folgende Adresse in Ihrem Browser auf (ersetzen Sie ihre-website.de mit Ihrer echten Domain): https://ihre-website.de/wp-admin/maint/repair.php

Sie sehen nun einen grauen Bildschirm mit zwei Optionen. Klicken Sie auf Datenbank reparieren. (Die Option Reparieren und optimieren dauert oft länger, die einfache Reparatur reicht meistens).

WICHTIG: Sobald die Reparatur fertig ist, gehen Sie sofort zurück in die wp-config.php und löschen Sie die Zeile wieder. Solange dieser Befehl aktiv ist, kann theoretisch jeder Fremde diese Reparatur-Seite aufrufen – das wollen wir aus Sicherheitsgründen nicht.

3. Checken Sie Ihren Webhoster

Sie haben die Daten geprüft und die Datenbank repariert, aber der Fehler bleibt? Dann liegt der Verdacht nahe, dass der Server selbst Probleme macht.

  • Testen Sie das Hosting-Panel: Loggen Sie sich bei Ihrem Hoster ein (All-Inkl, Raidboxes, SiteGround etc.). Lädt das Dashboard extrem langsam oder gar nicht? Das ist ein starkes Indiz für einen Server-Ausfall.
  • E-Mails checken: Haben Sie eine Wartungsankündigung übersehen?
  • Status-Seite: Viele Hoster haben eine Status-Seite (z.B. status.hostername.de), auf der aktuelle Störungen gelistet sind.

Wenn der Server down ist, sind Ihnen die Hände gebunden. Trinken Sie einen Kaffee und warten Sie ab – die Techniker im Rechenzentrum sind meistens schon dran.

4. Ersetzen Sie die WordPress-Kerndateien

Wenn der Server läuft und die Zugangsdaten stimmen, könnte eine wichtige Core-Datei von WordPress beschädigt sein. Wir tauschen diese nun gegen frische Dateien aus, ohne Ihre Inhalte zu löschen.

Gehen Sie dabei sehr vorsichtig vor:

  1. Laden Sie die neueste WordPress-Version von de.wordpress.org herunter.
  2. Entpacken Sie die ZIP-Datei auf Ihrem Computer.
  3. Verbinden Sie sich per FTP mit Ihrem Server.
  4. Laden Sie nun die Ordner wp-admin und wp-includes aus dem frischen Download auf Ihren Server hoch und überschreiben Sie die alten Ordner.

Absolut Kritisch: Fassen Sie NICHT den Ordner wp-content an! Darin liegen Ihre Bilder, Themes und Plugins. Wenn Sie diesen überschreiben, sind Ihre Anpassungen weg. Lassen Sie auch die wp-config.php und die .htaccess in Ruhe.

Sobald der Upload fertig ist, laden Sie Ihre Website neu. Dieser Prozess ersetzt potenziell defekte Systemdateien durch saubere Originale, lässt Ihre Inhalte aber völlig unberührt.